LAKELAND, Florida, 15. April 2026 (GLOBE NEWSWIRE) — Die Internationale Akademie für Orale Medizin und Toxikologie (IAOMT) hat eine umfassende wissenschaftliche Literaturübersicht zu den gesundheitlichen Auswirkungen von wurzelkanalbehandelten Zähnen (RCTT) durchgeführt und soeben veröffentlicht. Die Wurzelkanalbehandlung ist ein gängiger zahnärztlicher Eingriff, der jährlich an Millionen von Menschen durchgeführt wird. Der Bericht trägt den Titel „Stand der Wissenschaft zu wurzelkanalbehandelten Zähnen (RCTT)“, analysiert jahrzehntelange Forschung und stützt sich dabei auf mehr als 560 wissenschaftliche Referenzen.

Eine Wurzelkanalbehandlung dient der Behandlung eines infizierten oder beschädigten Zahnes. Dabei entfernt der Zahnarzt das Zahnmark (oft auch als „Nerv“ bezeichnet), reinigt das Zahninnere und versiegelt es, um weitere Infektionen zu verhindern.

Obwohl Wurzelkanalbehandlungen allgemein als Routineeingriffe und erfolgreich gelten, weist die IAOMT-Studie auf Bedenken hin, dass behandelte Zähne weiterhin versteckte Infektionen aufweisen können. Diese Infektionen verursachen oft keine spürbaren Symptome, sodass Patienten sich ihrer Existenz möglicherweise nicht bewusst sind. Studien belegen übereinstimmend Zusammenhänge zwischen chronischer apikaler Parodontitis (CAP), einer häufig nach Wurzelkanalbehandlungen auftretenden Erkrankung, und zahlreichen systemischen Erkrankungen. Auch wenn ein Zusammenhang keinen Kausalzusammenhang beweist, gibt die Übereinstimmung der Ergebnisse in großen Bevölkerungsgruppen Anlass zur Sorge über mögliche Auswirkungen auf den gesamten Organismus.

Der Bericht identifiziert Zusammenhänge zwischen RCTT-bedingter ambulant erworbener Pneumonie (CAP) und Erkrankungen wie Herzkrankheiten, Diabetes, Autoimmunerkrankungen, neurologischen Erkrankungen und Schwangerschaftskomplikationen. Wissenschaftler vermuten, dass diese Zusammenhänge entstehen, wenn Bakterien und entzündungsfördernde Toxine aus infizierten Zähnen in den Blutkreislauf gelangen und andere Körperbereiche beeinträchtigen.

 

Tierstudien liefern weitere Erkenntnisse. Diese kontrollierten Studien belegen durchgängig negative systemische Effekte im Zusammenhang mit RCT-bedingter CAP, darunter verstärkte Entzündungen, Veränderungen der Herz-Kreislauf-Funktion, Verschlechterung metabolischer Marker, Auswirkungen auf die Hirngesundheit sowie Veränderungen der Immunantwort und des Darmmikrobioms. Da diese Experimente es Forschern ermöglichen, Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge zu untersuchen, liefern sie wichtige Hinweise auf potenzielle biologische Mechanismen.

Wichtig ist, dass die IAOMT nur wenige hochwertige Belege für die Behauptung fand, dass radikale Zahnbehandlungen aus systemischer Gesundheitsperspektive generell sicher seien. Aktuelle Definitionen von „Erfolg“ in der Zahnmedizin konzentrieren sich oft auf Schmerzlinderung oder Zahnerhalt, anstatt auf das Fortbestehen der Infektion oder die allgemeinen gesundheitlichen Auswirkungen.

Zusammenfassend kommt die IAOMT zu dem Schluss, dass Humanstudien wiederholt Zusammenhänge zwischen ambulant erworbener Pneumonie (CAP) und systemischen Erkrankungen aufzeigen, während Tierstudien kausale Zusammenhänge belegen. Gleichzeitig gibt es nur wenige Belege, die diesen Befunden widersprechen. Diese Übereinstimmung deutet darauf hin, dass chronische Infektionen bei RCT zu systemischen Entzündungen und Erkrankungen beitragen können, insbesondere bei prädisponierten Personen.

Die Organisation betont jedoch, dass es nicht einfach darum geht, ob Wurzelkanalbehandlungen „gut“ oder „schlecht“ sind. Eine Wurzelkanalbehandlung kann Schmerzen lindern und natürliche Zähne erhalten, aber in einigen Fällen kann die Infektion fortbestehen und möglicherweise die allgemeine Gesundheit beeinträchtigen.

Die IAOMT fordert verbesserte Diagnoseverfahren, wie z. B. moderne 3D-Bildgebung, ein stärkeres Bewusstsein für individuelle Gesundheitsrisiken und eine offenere Kommunikation zwischen Patienten und Zahnärzten. In bestimmten Fällen können Alternativen wie die Zahnextraktion in Betracht gezogen werden.

Letztlich plädiert der Bericht für einen stärker integrierten Ansatz in der Zahnmedizin – einen Ansatz, der den Zusammenhang zwischen Mundgesundheit und dem Rest des Körpers anerkennt und fundiertere, individuellere Behandlungsentscheidungen unterstützt.